Einen rabenschwarzen Tag erwischte das Hessenliga-Team des Löwen Frankfurt e.V. gegen die Darmstadt Dukes bei der 7:9 (1:4; 2:2;4:3)-Niederlage am heimischen Ratsweg.

Wer der gut 120 Zuschauer am nasskalten Freitag den gemütlichen warmen Ofen gegen den zugigen Außering der Eissporthalle getauscht hatte, um die jungen Löwen zu unterstützen, dürfte dies spätestens nach gut dreizehn Minuten bereut haben. Denn da stand es bereits 4:0 für die herzöglichen Gäste gegen völlig indisponierte Löwen, die alle Grundregeln des Eishockeys vergessen zu haben schienen. Das Fehlen jeglicher Abwehr, null Positionsspiel und eklatante individuelle Fehler machten die Fahrt der Darmstädter nach Frankfurt zum vorzeitigen Weihnachtsausflug. Der Arbeitstag vom schuldlosen Löwen-Goalie Marc Hansconard war dann auch früh beendet, da ihn seine Vorderleute schmählich im Stich ließen, der Gegner praktisch ohne Gegenwehr zum Erfolg kam. Seinem Nachfolger Manuel Murgas sollte es im Verlauf der Partie nicht viel besser gehen, die fehlende Abwehrbereitschaft zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Match. Vaclav Dvoraks 1:4 (15.) wurde von den Löwen eher neutral kommentiert und mehr als zufällig abgetan.

Doch im zweiten Drittel waren nur 28 Sekunden gespielt, als wieder mehr Leben ins Rudel kam, nachdem Stano Fatyka den zweiten Treffer für Frankfurt erzielen konnte. Der kleine Hoffnungschimmer glomm nicht lange, denn die Dukes konnten sich auf ihre Frankfurter Kollegen und deren Fehler verlassen, kamen binnen 60 Sekunden (24./25.) zu zwei weiteren Treffern. Christian Wehner verkürzte zwar postwendend (28.), aber der alte Abstand blieb damit gewahrt, zumal einem weiteren Löwen-Treffer die Anerkennung verwehrt wurde.

Die Kabinenansprache von Coach Jaufmann soll wohl danach etwas lebhafter ausgefallen sein, könnte aber in der jugendfreien Variante sinngemäß gelautet haben „entweder ist jetzt endlich Ostern auf dem Eis und wir zeigen dies und wir gehen wenigstens mit Pauken und Trompeten unter!“

Mit zwei Blöcken wurde dieses Vorhaben angegangen und binnen fünf Minuten der Umschwung herbei geführt. Sven Schippler (41.), Stano Fatyka (42.), Marc Schaub (44.) und erneut Stano Fatyka (46.) drehten die Partie zum 7:7 gegen müde wirkende Dukes, die zwischenzeitlich nur einmal erfolgreich waren. Statt nun den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, das Momentum für sich zu nutzen, die verbleibenden vierzehn Minuten geduldig zu arbeiten, wurden die Löwen träge und zogen unnötige Strafzeiten auf sich, die Darmstadt die Zeit zum Luftholen und Regenerieren brachte. 128 Sekunden vor der Schlusssirene war es dann soweit, als die Abwehr der Löwen nur einen charmanten Escortservice anbot und die Dukes ihre Auferstehung feierten. Auch die Herausnahme von Murgas zugunsten eines sechsten Feldspielers hatte nur noch den Schuss ins längst verlassene Löwen-Gehäuse zur Folge, brachte die zwei Dutzend mitgereisten Fans des neuen Tabellenführers in selige Glühwein-Stimmung.

Durch diese Niederlage rutschte die U25 auf Platz vier im Tabellen-Ranking ab, muss nun in den drei Heimpartien im Januar 2018 um den Einzug in die Meisterrunde bangen, um doch noch ihr Saisonziel erreichen zu können.

Trainerstimme Andrej Jaufmann: "Du gewinnst nur aus einer stabilen Defensive und eben nicht von der Strafbank, das hat uns Darnstadt gut vorgemacht und verdient gewonnen."

Strafminuten: LF 18 +10 (Senftleben), DD 14
Zuschauer: ca. 120 
Schiri: P. Lepich/M.Trottmann