Unsere U17 trotzte als Spitzenreiter der Regionalliga West am vergangenen Samstag den Widrigkeiten des Eishockey-Lebens und gewann ihr Spiel beim engsten Verfolger Neusser EV klar mit 6:3. Der Vorsprung der Löwen in der Tabelle nach dieser guten und fairen Partie im Rheinland beträgt jetzt vier Punkte.

Schienbeinschoner verloren – der Kollege hat zum Glück Ersatz. Tiefschutz vergessen – unangenehm, sehr unangenehm, aber ein neuer konnte rechtzeitig ausgeliehen werden. Hosenträger gerissen – der gute alte Riemen kommt wieder zum Zug. Und zu allem Überfluss stellte das Busunternehmen auch noch einen viel zu kleinen Bus, wodurch einige Eishockeytaschen gar nicht mehr im Gepäckraum Platz fanden, sondern gefährlich im Innenraum des Fahrzeugs gestapelt werden mussten. Da hört der Spaß natürlich auf.

Der Mannschaftsleistung tat das alles glücklicherweise keinen Abbruch. Selten hat man das Team so konzentriert bei der „Arbeit“ gesehen. Abgesehen von ein paar dummen Zwei-Minuten-Strafen, sah das Spiel in weiten Teilen richtig nach Eishockey aus. Das beste Saisonspiel bis heute. Doch der Reihe nach:

Florian Fichtner entfernt den Pfropf in der 14. Minute im Nachschuss per Rückhand nach schöner Vorarbeit von Max Heuser. Neuss gleicht noch vor der ersten Drittelpause zum 1:1 aus. Allerdings hatte man schon hier ein recht gutes Gefühl für den Rest des Spiels. Die Mannschaft „wollte“ und „konnte“ heute. Pause.

Doppelschlag in den ersten fünf Minuten des Mitteldrittels. Zunächst verwandelt Jonathan Lorei ein Zuspiel von Florian Fichtner cool zum 2:1. Und kurz darauf kocht Sebestyan Csata nach einem dicken Abwehrfehler den Neusser Torhüter ab und legt den Puck abgezockt unter die Latte zum 3:1. Etwas unangenehm der Anschlusstreffer für Neuss zum 2:3 in der 40. Minuten kurz vor der zweiten Pause. Aber auch jetzt hatte man weiter ein „ziemlich gutes Gefühl“.

Fast zehn Minuten im Schlussdrittel vergehen, bevor Florian Fichtner und Joshua Römer erneut Jonathan Lorei in Szene setzen können. Der fackelt nicht lange und erzielt das 4:2. Alles gut? Noch nicht ganz. Nach dem Anschluss der Neusser in der 54. Minute zum 3:4 nimmt Neuss sofort die Auszeit und schwört alle nochmal ein. Und dann die wahrscheinlich spielentscheidende Situation: Neuss kommt nach vorne, spielt die Scheibe vor das Tor, Direktabnahme, aber Felicitas Gaigl im Tor rettet mit einem super Schoner-Save. Der war wichtig! Die Jungs werden sich später ordentlich bei Feli bedankt haben.

Der Rest ist Eishockey. Leon Werner nutzt einen Scheibenverlust des Gegners im Mitteldrittel, setzt sich robust durch und vernascht den Neusser Keeper mit einem flachen Rückhandschlenzer gegen die Laufrichtung. Den Schlusspunkt setzt dann Blueliner Joshua Römer mit einem platzierten Schuss aus der Distanz.

Die Löwen liegen nach 11 von 16 Meisterschaftsspielen jetzt mit vier Punkten an der Tabellenspitze und haben es in eigener Hand. Wir bleiben am Puck!

Statistik des Spiels:

Torschützen: Jonathan Lorei (2), Florian Fichtner, Sebestyan Csata, Leon Werner und Joshua Römer (je 1)

Strafminuten: Neusser EV 10, Löwen Frankfurt 10