Die Auswärtsfahrt am Samstag nach Ostwestfalen zum Herforder EV endete für die Löwen mit einer denkbar knappen 3:4 Niederlage. Der Siegtreffer der Gastgeber fiel dabei erst 12 Sekunden vor der Schlusssirene. Die Mannschaft bleibt jedoch Tabellenführer und hat es immer noch in eigener Hand, die Meisterschaft in der Regionalliga West zu erringen.

Herford ging in der fünften Spielminute mit 1:0 in Führung. Es war ein gutes Spiel mit hohem Einsatz und sehr viel Tempo. Aber es fehlte vorne im Abschluss den Löwen das notwendige Quäntchen Glück und zum Teil auch die Cleverness. Im Mitteldrittel erzielten die Ostwestfalen durch ihren wohl besten Spieler – aber noch besseren Schauspieler – das 2:0. Der junge Mann macht leider aus jedem Körperkontakt ein Verletzungsdrama, um kurze Zeit später wieder voll einsatzfähig zu sein. Wie ein Fußballer. Das hat er gar nicht nötig und passt auch nicht zu diesem sympathischen Verein, der spontan sogar bereit war, einem unserer Spieler Schlittschuhe zu leihen, die dummerweise in der Heimat liegen geblieben waren. Für diesen sportlich fairen Akt an dieser Stelle im Namen der Löwen ein großes Kompliment und Dankeschön.

In der 38. Minute erst gelang den Löwen der Anschlusstreffer. Joshua Römer und Florian Fichtner setzten bei eigener Überzahl Jonathan Lorei in Szene, der trocken abzog und traf. Hier ging noch was. Die stärkste Phase der Löwen dann zu Beginn des Schlussabschnitts. Lukas Giebner sorgte nach Vorlage von Joshua Römer mit einem Distanzschuss bei diesmal sogar doppelter Überzahl für den Ausgleich. Jonathan Lorei legte noch einmal nach und erzielte nach wunderbarem Zuspiel von Leon Werner durch den Torraum die Frankfurter Führung. Doch die währte nur kurz. Praktisch im Gegenzug erzielte Herford den Ausgleich.

Als sich mental alles auf ein Penaltyschießen einstellte, dann eine große Strafe gegen die Löwen. 12 Sekunden vor dem Ende nutzten die Gastgeber diese unverhoffte Gelegenheit zum 4:3 Siegtreffer. Das war mehr als ärgerlich, zumal nach dem Spielverlauf die Löwen durchaus mit zwei/drei Toren Vorsprung hätten gewinnen können. Aber es sollte nicht sein. So bleibt die Liga spannend, wobei die Löwen mit den letzten vier noch ausstehenden Spielen (allesamt in Frankfurt) es immer noch in der eigenen Hand haben, die Meisterschaft zu erringen. Dazu wäre es allerdings hilfreich, unnötige Fouls zu vermeiden und in spielentscheidenden Szenen kühlen Kopf zu bewahren.

Statistik des Spiels:

Tore: Jonathan Lorei (2), Lukas Giebner (1)

Strafminuten: Herforder EV 10, Löwen Frankfurt 11 (plus 20 Spieldauer)