Das erste Spiel am Samstag von deren zwei am Wochenende gegen die Crashers begann denkbar ungünstig, denn nach den ersten beiden Wechseln lag der Gastgeber aus Chemnitz bereits mit 2-0 in Front. Zu diesem Zeitpunkt waren keine 120 Sekunden gespielt, und kein Spieler sollte an diesem Abend auch nur annähernd seine Form erreichen und der Auftritt der Junglöwen wirkte über weite Strecken emotions- bis lustlos. So war es kein Wunder, dass es am Ende einer desaströsen Mannschaftsleistung aus Sicht der Gäste 0-18 stand und die Niederlage um kein Tor zu hoch ausfiel.

Nachdem am Abend die Wunden geleckt waren, stand am Sonntagmittag das zweite Duell an. Und wie man es von Teams des Headcoaches Toni Raubal gewohnt ist, agierte der Löwen-Nachwuchs in dieser zweiten Partie aggressiv und kämpferisch von der ersten Sekunde an. All das, was man am Vorabend vermissen ließ und zum kleinen 1x1 im Eishockeysport gehört (Schüsse blocken, Rebounds klären, schnelles Konterspiel über besetzte Banden, etc.) wurde von der Mannschaft effizient umgesetzt. So standen am Ende des ersten Drittels lediglich 12 Schüsse der Chemnitzer - im Vergleich zu deren 36 am Vorabend - in der Schussstatistik und zeitgleich konnte David Kindereit eine unübersichtliche Situation für die eigene 1-0 Führung nutzen. Nachdem man im Mitteldrittel zunächst den Ausgleich hinnehmen musste, war es erneut David Kindereit, der einen Konter sehenswert mit einem Handgelenkschuss in den rechten Winkel zum 2-1 abschloss. Die Junglöwen stemmten sich vehement gegen die nun wütenden und zahlreichen Angriffsversuche der Gastgeber und der zum „Spieler des Tages“ avancierende Torhüter Carlos Ziegler wurde zum Turm in der Schlacht. Zum Ende des zweiten Drittels musste man dennoch den erneuten Ausgleich schlucken und es ging beim Stand von 2-2 in die 2. Pause. Mit Beginn des Schlussabschnitts wurde von Minute zu Minute sichtbar, wie die Kräfte des Rumpfkaders mehr und mehr schwanden und man vermehrt Strafzeiten nehmen musste. Das Chemnitzer Publikum witterte nun die Chance auf den nächsten Sieg und mussten dabei mitansehen, wie die Mannen um „C“ Max Weber sich aufopferungsvoll in jeden Schuss der Gastgeber warfen, auch Unterzahlspiel um Unterzahlspiel unbeschadet überstanden. In der 57. Minute nutzte dann aber aller Kampf und Einsatz nichts mehr, als ein Fernschuss von der blauen Linie durch Freund und Feind hindurch im Winkel zum unglücklichen 2-3 einschlug. Auch in der letzten Aktion des Spiels wähnten die Junglöwen das Glück nicht auf ihrer Seite, als Niko Lehtonen in einem weiteren Unterzahlspiel alleine von der Mittellinie durchbrach und in der Eins-gegen-eins-Situation den Torwart ausgeschaut hatte, letztlich aber nur den Pfosten traf.

Somit kommt der U20-Tross am Ende zwar mit leeren Händen zurück in die Mainmetropole, aber die Mannschaft hat sich mit dieser engagierten Leistung viel Kredit erspielt, was nicht nur von den Chemnitzer Verantwortlichen sondern auch vom Schiedsrichtergespann so gesehen wurde. Auf dieser Leistung gilt es nun mit harter Trainingsarbeit unter der Woche aufzubauen und am kommenden Wochenende in den beiden Heimspielen gegen Kassel und Essen mit der entsprechenden Einstellung die längst überfälligen Punkte einzusammeln.