Damit konnte niemand rechnen: Die U20 der Löwen Frankfurt schlug den Lokalrivalen Rote Teufel Bad Nauheim im Colonel-Knight-Stadion am Kurpark in der Wetterau mit 7:4 hochverdient bereits am Samstag und einem geradezu spektakulären 10:0 Shut-out am Sonntag. So was hat man lange nicht geseh’n... Mit den beiden Erfolgen festigten die Löwen ihren vierten Tabellenplatz in der DNL Div III Nord.

Im Eishockey ändern sich die Dinge bekanntlich sehr schnell und ungeahnte Höhenflüge enden oft unsanft, aber der Verfasser dieses Beitrags schielt mit einem Auge schonmal Richtung Tabellenplatz 3 bei zwei ausstehenden Nachholspielen und der am kommenden Wochenende angesetzten Partie beim direkten Konkurrenten, den Crocodiles Hamburg. Schön wäre es, wenn unsere Jungs dort mal in Bestbesetzung antreten und dann ihr volles Können zeigen könnten, wobei insbesondere auch die eingesetzten U17-Spieler an diesem Wochenende voll zu überzeugen wussten.

Am Samstag brauchte die Partie etwas Anlauf, doch dann eröffnete Nicolas Elgas für die Löwen in der 12. Spielminute den munteren Torreigen. Allerdings fielen anschließend die Tore erst einmal auf der „falschen“ Seite und zu Beginn des zweiten Drittels stand es plötzlich 3:1 für Bad Nauheim. Passiert. Nikolas Junnila mit zwei Treffern und Eric Motisan stellten bis zur 28. Minute jedoch die Führung der Löwen wieder her. Die Roten Teufel konnten dann kurz vor Ende des Mitteldrittels zum Pausenstand von 4:4 egalisieren. Alles schien offen.

Im letzten Drittel zeigten sich die Löwen dann deutlich stärker als Bad Nauheim (Schussstatistik sage und schreibe 54:20 zugunsten der Löwen) und brachten die ersten drei Punkte des Wochenendes mit weiteren Treffern von Nikolas Junnila, Eric Motisan und Yannik Duchardt an den Main. Oliver Reichert im Tor spielte wie gewohnt sicher und ließ im letzten Drittel auch nichts mehr anbrennen. Leider verletzte sich Marcel Zangl bei einem nicht geahndeten „Doppel-Check“ an der Bande heftig am Auge und musste für den Rest des Wochenendes und wohl noch einige Zeit pausieren. Gute Besserung Marcel!

Am Sonntag stand einer der Topscorer von Bad Nauheim nach absolvierter Sperre wieder auf dem Eis, also gingen die Löwen mit etwas Ungewissheit in die zweite Begegnung. Doch diese Ungewissheit war unbegründet, wie sich herausstellte. Mit einem wahren Feuerwerk an Spiel- und Torfreude wurden die Gastgeber von den Löwen überrascht. Schussstatistik diesmal 48:26 zugunsten der Löwen. Nach 10 Minuten stand es durch Treffer von Florian Fichtner, Michael Becker, Jonas Muthig und Ivans Jermakovs bereits 4:0. Noch im ersten Drittel erhöhten Nikolas Junnila und Michael Becker auf 6:0.

Den Rest des Spiels brachten die Löwen dann souverän über die Bühne und konnten mit Niklas Schweitzer und – erneut – Michael Becker, der als U17-„Hochspieler“ einen Dreierpack in der U20 feiern konnte, auf 8:0 erhöhen. Florian Fichtner legte im Schlussabschnitt zwei weitere Treffer zu seinem eigenen „Hattrick“ nach, so dass am Ende ein unerwarteter, aber auch nicht unverdienter 10:0 Erfolg der Löwen auf der Anzeigetafel stand. Tim Schweitzer mit einem Shut-out in Bad Nauheim wird diesen Tag wohl auch nicht so schnell vergessen...

 

Statistiken der Partien vom Wochenende:

Tore: Nikolas Junnila (4), Florian Fichtner und Michael Becker (je 3), Eric Motisan (2), Nicolas Elgas, Jonas Muthig, Ivans Jermakovs, Yannik Duchardt und Niklas Schweitzer (je 1)

Strafminuten: Bad Nauheim 22; Löwen Frankfurt 14