Zwei Auswärtsspiele beim EV Duisburg standen am Wochenende nach der kleinen Pause zwischen Weihnachten und Neujahr für die U20 auf dem Programm. Bei den Tabellennachbarn aus Rhein-Ruhr gab es zwei packende, temporeiche und überaus faire Begegnungen, die erstaunlicherweise nur ganz wenige Tore hervorbrachten. Unsere Löwen siegten Samstag mit 2:1 nach Penaltyschießen. Die Füchse gewannen dafür Sonntag mit 2:1 nach regulärer Spielzeit.

Mit nahezu voller Kapelle traten die Löwen in Duisburg an. Allerdings nur bis zum ersten Wechsel im ersten Spiel, als sich Top-Scorer Jonathan Lorei bei einem Check an derselben Schulter, die ihm schon in der Vergangenheit immer wieder mal zu schaffen machte, erneut verletzte. Das Wochenende war nach einer Minute für ihn gelaufen, und wenn die Untersuchungen am Montag einen ganz blöden Verlauf nehmen, dann ist es womöglich die gesamte Saison. Wir wünschen von dieser Stelle eine schnelle und dauerhafte Genesung. Kopf hoch, Jonathan!

Es ging dann mit immer noch drei kompletten Sturmreihen weiter für die Löwen. Nikolas Junnila erzielte auf Zuspiel von Jonas Muthig und Mikhail Flerov in der 5. Minute die Führung zum 1:0. Dann ging es über weite Strecken hin und her, es war kämpferisch ein richtig gutes Eishockeyspiel auch mit vielen spielerischen Momenten, selbst wenn nicht alles gelang. Die beiden Mannschaften schenkten sich nichts – es blieb ausnahmslos fair. Nur wurde die „blöde“ Hartgummischeibe von exzellent blockenden Stürmern und ausgezeichneten Abwehrreihen auf beiden Seiten sowie vor allen Dingen von zwei erstklassig aufgelegten Goalies schlichtweg nicht über die Torlinie gelassen. Sowas gibt’s! Tim Schweitzer präsentierte sich in Topform.

Der Ausgleich der Füchse fiel zu Beginn des letzten Drittels, das Ergebnis blieb nach 60 Minuten beim 1:1, es gab Verlängerung. Die brachte die kurioseste Fehlentscheidung eines Linienrichters, die der Verfasser je gesehen hat. Als bei Überzahl Löwen, die in Overtime bekanntlich mit 4:3 Feldspielern absolviert wird, die Löwen Power Play spielten und eine Chance nach der anderen herausholten, zog Trainer Henry Wellhausen den Torhüter, um mit 5:3 Feldspielern die Entscheidung zu suchen. Der etwas orientierungslose Linienrichter unterbrach das Power Play wegen angeblich zu vieler Spieler auf dem Eis, hatte aber übersehen, dass die Löwen keinen Goalie mehr im Kasten hatten. Gar nicht auszudenken, wie die Gemütslage der Mannschaft sich nach Spielende entwickelt hätte, wenn nicht im anschließenden Penaltyschießen Mikhail Flerov den Zusatzpunkt ohnehin gesichert hätte. Das war der unterhaltsame und erfolgreiche Samstag.

Sonntag alles sehr ähnlich, nur kam bei den Löwen sehr viel Schusspech dazu. Erneut war es eine ausgeglichene Begegnung. Diesmal allerdings mit dem Unterschied, dass die guten Torchancen auf beiden Seiten nicht nur durch Stürmer, Abwehrspieler und Goalies vereitelt wurden (Oliver Reichert im Kasten der Löwen ebenfalls mit einer überragenden Leistung), sondern dass unsere Löwen sage und schreibe viermal nur den Pfosten trafen. Okay, auch Duisburg hatte einen Pfostenklatscher.

Vor diesem Hintergrund fühlte sich die 2:1 Niederlage am Sonntag für die Jungs schon traurig an. Ein erneuter Sieg war möglich. Dila Demencius fälschte in der 27. Minute nach Puckeroberung durch Florian Fichtner an der Bande einen fulminanten Schlagschuss von Niklas Schweitzer von der blauen Linie noch leicht zur 1:0 Führung ab. Das war den Schiris entgangen, daher offizieller Torschütze Niklas Schweitzer, was in dieser funktionierenden Mannschaft eh keine Rolle spielt. Die Füchse glichen im letzten Drittel dann aus und erzielten nach einem haarsträubenden Fehler eines Löwen-Stürmers an der eigenen blauen Linie einen weiteren Treffer, der wiederum kurz darauf total unglücklich zustande kam, weil letztlich ein Frankfurter Helm (!) die Scheibe ins eigene Tor kullern ließ. Sowas gibt’s auch!

Egal. Es war ein Wochenende, das Lust auf mehr gemacht hat. Es gab in Duisburg eine wunderbare „Kuchentheke“, die alleine schon eine Reise wert war. Herzlichen Dank, liebe Füchse-Eltern! Duisburg (aktueller Tabellenvierter) könnte später in den Playoffs bei eigenem Heimrecht Gegner unserer Löwen (aktuell Tabellenfünfter) werden – da werden die Karten neu gemischt und die Kuchentheke hoffentlich auch wieder gut bestückt. Am kommenden Wochenende 14./15. Januar geht es in zwei Heimspielen gegen den gefühlten „Angstgegner“ Hamburg weiter – genauer gesagt die Crocodiles im FTV HH. Mal sehen, ob unsere Jungs gegen die starken Nordlichter dieses Mal was holen können. Der Verfasser hat „vom Feeling her ein gutes Gefühl“.

Statistik der beiden Spiele:

Tore: Nikolas Junnila, Mikhail Flerov und Niklas Schweitzer (je 1)

Strafminuten: EV Duisburg 18, Löwen Frankfurt 12