Wer hätte das gedacht: Nach den starken Auftritten in Duisburg und Weißwasser stürmt die Löwen-U17 von Trainer Jan Barta weiter nach vorne und gewinnt am Wochenende zunächst das Lokalderby zuhause gegen Bad Nauheim mit 11:5 und dann auch noch auswärts beim ESV 03 Chemnitz mit 5:1. Das Team findet sich nach dem vierten Spieltag mit 11 von 12 möglichen Punkten vorne in der Tabelle in der Bundesliga (U17 Division II Nord) wieder. Tusch!

Zu ungewohnter Stunde am frühen Freitagabend kam es zum ersten Derby gegen die Roten Teufel Bad Nauheim (RTBN). Über die gesamte Strecke waren die Löwen überlegen, auch wenn die Gäste aus der Wetterau immer mal wieder gefährlich vor das Tor von Oliver Reichert kamen. Es war ein sehr kurioser Abend. Kurios waren die Anzahl der Pfostenschüsse der Löwen und sage und schreibe fünf (5) Löwen-Tore in Unterzahl. Dazu kam, dass die Löwen insgesamt acht (8) verschiedene Torschützen aufweisen konnten, was bemerkenswert ist und eine gewisse Unberechenbarkeit des Teams unterstreicht. Die Verteilung der Strafzeiten (22 Minuten gegen die Löwen, nur vier gegen RTBN) war sicher für den neutralen Beobachter ebenfalls kurios. Vier der fünf Gästetreffer fielen in Unterzahl (1) oder sogar doppelter Unterzahl (3) der Löwen. Sei’s drum.

Lola Liang lieferte den Dosenöffner zum 1:0 in der 12. Spielminute. Ausgleich RTBN. Felix Seiz traf zum 2:1 in der 16. Minute nach Puck-Eroberung im Mitteldrittel und Alleingang in Unterzahl. Jonathan Lorei umkurvte kurz vor Ende des Anfangsdrittels die gesamte gegnerische Abwehr (19.). RTBN erzielte dann 0,2 Sekunden vor dem Ende des ersten Abschnitts noch den Anschlusstreffer zum 3:2. Pause.

Richtig wild dann das zweite Drittel. Devon Richetta (24.) und Bogdan Pushkar (29.) erhöhten erst auf 5:2. RTBN verkürzte. Dann legten Jonathan Lorei (34.) und Eric Motisan (36.) jeweils in eigener Unterzahl nach. RTBN verkürzte wieder auf 7:4. Und jetzt trafen Felix Seiz und Jonathan Lorei innerhalb von sieben Sekunden (39.) erneut jeweils in Unterzahl. Einfach sehr kurios. Pause.

Unmittelbar nach Wiedereröffnung im letzten Spielabschnitt folgte der erneute Anschlusstreffer von RTBN. Dann beruhigte sich zwar der Spielstand, nicht aber die Hektik im Spiel. Die letzten beiden Tore der Löwen erzielten dann Florian Fichtner (50.) und Marcel Zangl (56.) – ausnahmsweise bei gleicher Mannschaftsstärke auf dem Eis.

Mit dem Spiel am Samstag in Chemnitz konnte die Mannschaft mit einem Sieg dann bei einer gleichzeitigen Niederlage des bisherigen Tabellenführers gegen die Roten Teufel Bad Nauheim sogar für mindestens einen Tag die Tabellenführung erobern – trotz eines Spiels Rückstand. So ging es gut 12 Stunden nach Ende der Heimbegegnung auf die A4 Richtung Osten.

Nach einer fast 6-stündigen Fahrt mit dem Bus nach Chemnitz hatte die Mannschaft genug Zeit, sich den Stress vom Vorabend und der langen Anreise aus den Knochen zu schütteln. Vielleicht zu lange, denn bis zum Anpfiff hatte man noch gut 2,5 Stunden Zeit.

Endlich auf dem Eis konnte man schnell feststellen, dass das heutige Spiel gegen die Crashers aus Chemnitz kein Spiel für Freunde der hohen Eishockeyschule sein wird. Nach dem man in der letzten Saison die beiden Aufstiegsspiele gegen Chemnitz mit je 6:3 gewinnen konnte, war man gespannt auf die heutige Partie.

Das gesamte Spiel lässt sich aus Sicht des Betrachters schnell erzählen. Chemnitz verteidigte mit Mann und Maus das Tor und versuchte mit einem Abwehrbollwerk den Frankfurtern das Spiel schwer zu machen. Die jungen Löwen ließen sich darauf ein und verloren im gesamten Spiel ihr System. Positionen wurden nicht gehalten und ein vernünftiger Aufbau, wie im Training gelernt und auch gegen Duisburg und Weißwasser gezeigt, war nur teilweise zu erkennen. So konnte und wurde die Mannschaft von Chemnitz mit reiner Willenskraft und großem Einsatz jedes Einzelnen Spielers  bezwungen.

Heute galt es vor allem, nicht wie im Spiel gegen Bad Nauheim, weniger Strafzeiten zu ziehen. Dies gelang der Mannschaft um Jan Barta diesen Tag besser, vor allem aber auch dank der guten Leistung der beiden neutralen Schiedsrichter. Es gab nur eine Situation im Spiel, die die Crashers hätten noch ins Spiel kommen lassen. Zu Beginn des letzten Drittels galt es eine 3 zu 5 Unterzahl zu überstehen. Dies gelang der Mannschaft sehr gut und der Gegner konnte auf Distanz gehalten werden. Im Anschluss durften die Löwen dann ebenfalls mit 2 Mann in Überzahl spielen, aber auch wir konnten die Überlegenheit nicht nutzen.

Kurz vor dem Ende wurde eine Auszeit gezogen um vor der Schlussoffensive des Gegners zu warnen und den Spielen etwas Pause zu gönnen. Dies brachte nun endgültig den Durchbruch, denn direkt nach dem erneuten Anspiel konnte die Führung zum 4 zu 1 erzielt werden.  Mit dem 5 Treffer in Spielminute 59 war der Sack endgültig zu und das 6 Punkte Wochenende perfekt.

Leider haben sich 2 unserer Spieler durch unglückliche Situationen verletzt. Wir wünschen Josh Bauer und Niklas Schweitzer alles Gute und hoffen auf eine schnelle Genesung. Weiterhin mussten wir auf unsere Nationalspielerin Lola Liang verzichten. Sie spielte ihre ersten beiden Bundesligaspiele mit der Damenmannschaft aus Mannheim und konnte in Berlin 2 Siege einfahren.

 

Statistik:

1:0 (EQ) Lorei, Fichtner (A), Richetta (A)

2:0 (EQ) Junnila, Puskar (A), Richetta (A)

3:0 (EQ) Zangl, Richetta (A)

4:1 (EQ) Fichtner, Muthig (A), Demencius (A)

5:1 (+1) Wagner, Junnila (A), Lorei (A)

 

Strafzeiten:

ESV 03 Chemnitz 10+10, Löwen Frankfurt 6