Mit 7:5 gewann die U17 ihr erstes Hessenderby auswärts gegen ersatzgeschwächte Huskies aus Kassel. Nach einer dem Spielverlauf nach zu hohen 4:0 Führung der Löwen nach dem ersten Drittel folgte ein spannendes Hin und Her bis zur Schlusssirene. Immerhin hielt die Mannschaft von Trainer Jan Barta dem Druck der Gastgeber mit Glück und Geschick stand und konnte drei wichtige Punkte für den weiteren Saisonverlauf einfahren. Den kurzfristigen Ausfall des Mannschaftsbusses konnten die engagierten Eltern am späten Abend vor dem frühen Spiel durch spontane Fahrgemeinschaften geräuschlos kompensieren. Die Vorbereitung auf das Spiel hat dadurch nicht sichtbar gelitten.

Nach einer ausgeglichenen Eröffnungsphase konnte Jonas Muthig in der neunten Spielminute sein erstes Bundesligator auf Zuspiel von Niklas Schweizer aus dem Gewühl heraus erzielen. Kurze Zeit später kamen 90 märchenhafte Sekunden, in denen praktisch alles gelang. Zunächst verwandelte Nikolas Junnila die Vorarbeit von Bogdan Pushkar und Alex Wagner mit einem tollen Schuss zum 2:0 in der 14. Minute. Dann schob Bogdan die Scheibe zu Eric Motisan, der trocken zum 3:0 nur 50 Sekunden später erhöhte. Und nach einer wunderbaren, wie einstudiert wirkenden Aktion bediente Devon Richetta Lola Liang, wiederum nur 37 Sekunden später, die ihrerseits hinter der Grundlinie zurück auf Felix Seiz passte, der die Scheibe humorlos in den Winkel zimmerte. Kassel hatte kurz zuvor den Torhüter gewechselt – doch bei solchen Schüssen aus kurzer Distanz ist auch der beste Goalie machtlos. 4:0 Führung nach dem ersten Drittel.

Im zweiten Drittel belohnte sich Kassel zu Beginn für die zwischenzeitlich erkämpfte Eishoheit noch nicht, allerdings fiel dann doch in der 28. Minute der erste Treffer der Nordhessen. Florian Fichtner gefiel das eine Minute später nicht, schnappte sich die Scheibe nach Zuspiel von Jonathan Lorei und Niclas Kaus hinter dem eigenen Tor, lief über die gesamte Spielfläche und traf zum 5:1 in den Winkel. Damit hätte sich die Mannschaft eigentlich auf einen ruhigeren Vormittag einstellen können – und vielleicht tat sie das unbewusst auch, denn ab jetzt kam Kassel sehr stark auf und glaubte wieder an seine Chance. Dem 2:5 in der 33. Minute folgte prompt das 3:5 in der 37. Minute. Hier war wieder alles möglich und (zum Glück) erst einmal Drittelpause.

Zu dumm, dass quasi unmittelbar nach Wiedereinwurf der Scheibe sofort das 4:5 für die Huskies fiel. Jetzt schlotterten allen doch sichtbar die Knie. Schön zu sehen allerdings, dass man sich nicht überlaufen ließ und weiter dagegenhielt. In der 45. Minute dann das Game Winning Goal durch Florian Fichtner nach einer schönen Einzelaktion über die rechte Seite. Doch wieder war Kassel noch nicht bereit, die Punkte einfach den Löwen zu überlassen und kam in der 52. Minute noch einmal auf 5:6 heran. Hilfe, war das spannend. Eric Motisan nahm dann in der letzten Spielminute ein Zuspiel von Jonas Muthig und Florian Fichtner auf und netzte die Scheibe zum erlösenden 5:7 ein, noch bevor Kassel seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis hätte nehmen können.

Sieg im hohen (hessischen) Norden. Allerdings auch etwas glücklich, das sollte man an dieser Stelle nicht unterschlagen. Da das Glück aber mit dem Tüchtigen ist, wie es so schön heißt, und aufgrund der guten Einstellung hatte sich die Mannschaft die Punkte verdient.

Statistik des Spiels:

Torschützen: Eric Motisan und Florian Fichtner (je 2), Jonas Muthig, Nikolas Junnila und Felix Seiz (je 1)

Strafminuten: EJ Kassel 8, Löwen Frankfurt 8