Schade. Da war in beiden Spielen mehr drin. Sowohl am Freitagabend beim Derby in Kassel, das nach grandioser Aufholjagd letztlich noch mit 8:6 verloren wurde. Als auch beim 3:5 im Heimspiel Samstag gegen den Tabellenzweiten EHC Erfurt. In beiden Spielen waren die Spielanteile ausgeglichen, Kassel hatte den besseren Einzelspieler, Erfurt das etwas cleverere Team.

Nach mühsamer Anreise durch den dichten Freitagabendverkehr Richtung Norden kamen unsere Mannen hoch motiviert, aber leicht ersatzgeschwächt in Kassel an. Lamentieren bringt nichts, zumal auch Kassel auf zwei ihrer Top-Scorer aus Krankheits- bzw. Verletzungsgründen verzichten musste. Also rauf auf’s Eis, los und Vollgas geben. Die Löwen begannen wie die Feuerwehr, aber sie ließen ihrer anfänglichen Überlegenheit keine Tore folgen. Die erzielten dummerweise konsequent die Huskies, so dass es mit 4:1 für Kassel in die erste Drittelpause ging. Frust. Den bis dahin einzigen Treffer der Löwen erzielte Niklas Schweitzer zum zwischenzeitlichen 3:1 Anschlusstreffer.

Dann wogte das Spiel hin und her. Das 5:1 fiel in der 30. Minute und nun sah es bitter aus für das Team. Aber Jonathan Lorei traf und kurz danach nutzte Alex Wagner einen Fehler des gegnerischen Torhüters zum 5:3 Anschluss. Selbst der erneute Drei-Tore-Vorsprung mit 6:3 kurz vor Ende des Drittels brachte die Löwen-Moral nicht zum Erliegen. Mit Überzahl ging es ins letzte Drittel, die Nikolas Junnila sofort zum 6:4 nutzte. Alex Wagner verkürzte auf 6:5 und Eric Motisan stellte in der 51. Minute sogar den Ausgleich her. Wow. Drei Minuten vor Schluss dann die erneute Führung durch den überragenden Husky Dominik Krüger, der kaum zu halten war. Der letzte Treffer dann kurz vor Schluss hätte eigentlich nicht mehr zählen dürfen, weil den Löwen eine klare Zwei-Minuten-Strafe versagt blieb. Egal. Gute Aufholjagd, es war mehr drin.

Am Samstag kam dann der Tabellenzweite EHC Erfurt nach Frankfurt. Es entwickelte sich ein gutes, packendes Eishockeyspiel, in dem die Thüringer ihre größere Cleverness ausspielen und somit zeigen konnten, dass sie keine einseitige Schiedsrichterleistung brauchen, um zu gewinnen. Auch in diesem Spiel war für die Löwen mehr drin, insbesondere im ersten Drittel, in dem sie feldüberlegen waren, nachdem sie in der ersten Minute mit einem Gegentor kalt erwischt wurden, danach aber gut Druck aufbauen konnten – leider ohne Torerfolg.

Im Mitteldrittel dann die 2:0 Führung für die Gäste in der 23. Minute, dem Jonathan Lorei nur eine Minute später aber den ersten Löwentreffer entgegensetzen konnte. Eine Minute danach wieder Ausbau der Führung auf zwei Tore, und erneut eine Minute später traf Jonathan Lorei zum 2:3. Hier musste doch etwas machbar sein. Mit dem zweiten Powerplay-Goal in der 32. Minute zum 2:4 für Erfurt schien das Spiel gelaufen. Drittelpause. Dem 5:2 Führungstreffer in Minute 47 konnte Nikolas Junnila in der 57. Minute nur noch den Endstand von 3:5 entgegensetzen.

Insgesamt zwei knappe Partien, die auch anders hätten ausgehen können. Sind sie aber nicht. Der vorsichtig vernehmbaren Kritik an der Verteidigungsleistung der Löwen (dazu gehören ja immer auch die Stürmer) vermag der Verfasser nur bedingt zu folgen, auch wenn 13 Gegentore in zwei Spielen natürlich viel sind. Aber in beiden Spielen gab es vorne genug klarste Chancen, um zu gewinnen, so dass vor allem der Sturm mit besseren Abschlüssen die Spiele zugunsten der Löwen Frankfurt hätte entscheiden können.

Hätte, hätte...

Statistik des Wochenendes:

Tore (beide Partien addiert): Jonathan Lorei (3), Alex Wagner und Nikolas Junnila (je 2), Niklas Schweitzer und Eric Motisan (je 1)

Strafminuten: Löwen Frankfurt (16), Gegner (10)