Die U17 hat das kleine Derby bei den Roten Teufeln Bad Nauheim am Sonntagmittag knapp mit 8:6 verloren. Am Ende einer anstrengenden Saisonphase mit jeweils zwei Spielen pro Wochenende machte sich die dünne Kaderdecke doch erstmals deutlich bemerkbar. Jetzt geht die ansonsten weit besser als erwartet verlaufene Saison erst einmal in die Weihnachtspause. Die nächste Partie gibt es am 4. Januar in Duisburg.

Bad Nauheim ist ein ewiger Konkurrent der Löwen und ein wirklich netter Verein, und es gibt ja auch viele freundschaftliche Verbindungen zwischen Eltern und Spieler beider Clubs und gerade auch der beiden U17-Teams. Warum allerdings einige wenige „Fans“ der Roten Teufel ununterbrochen Schiedsrichter und gegnerische Spieler aggressiv beschimpfen, erschließt sich dem Verfasser nicht. Da lobt man sich die Fans der Kassel Huskies, die ihre eigenen Jungs anfeuern, ohne dabei Schiris und Gegner niederzumachen. Ein unnötiges und unsportliches Verhalten, das allerdings in keinster Weise die schwache Leistung der Löwen erklären kann.

Zumal die Löwen zu Beginn zweimal in Führung gehen konnten. Unmittelbar zu Beginn der 3. Minute durch einen Treffer von Alex Wagner nach Zuspiel von Eric Motisan und Devon Richetta. Dann, nach dem Ausgleich der Wetterauer, in der 14. Minute die erneute Führung durch Jonas Muthig, der von Florian Fichtner und Bogdan Pushkar aufgelegt bekam. Mit dieser Ein-Tor-Führung ging es in die Drittelpause.

Leider verliefen auch die nächsten 31 Sekunden so wie die letzten 89 Sekunden des ersten Drittels. In doppelter Überzahl schafften es die Löwen nicht, die gut haltende gegnerische Torhüterin noch einmal zu überwinden. Stattdessen kamen vier absolute Horrorminuten, die jedem Gruselfilm die Schau stehlen können. Vorne gelang nichts, hinten ließ das Team die Löwen-Nr. 1 Oliver Reichert, der im Verlaufe der Partie viele guten Paraden zeigen konnte, schmählich im Stich. Ein Tor nach dem anderen trudelte irgendwie ins eigene Netz hinein. Es war Teufelszeug. Die Roten Teufel mussten selbst dafür gar nicht so viel tun, während die Löwen ihren Aussetzer zelebrierten. Die schöne 1:2 Führung verwandelte sich in einen 5:2 Rückstand. Mist.

Aber die Mannschaft – das ist die gute Nachricht – bäumte sich auf und stemmte sich mit hohem Engagement gegen die drohende Pleite. Florian Fichtner konnte auf Vorlage von Bogdan Pushkar und Alexander Eremenko zunächst auf 5:3 verkürzen, bevor er dann im Alleingang mit seinem zweiten Treffer noch vor der zweiten Drittelpause den Anschluss zum 5:4 herstellte. Und als Alex Wagner mit seinem zweiten Treffer in der 41. Minute in Überzahl auf Vorlage von Florian Fichtner den Ausgleich zum 5:5 erzielte, schien der Ausgang der Partie vorgezeichnet. Die Löwen hatten das Ding gedreht. Äh: Nein. Hatten sie nicht. Die Gastgeber kämpften nun ihrerseits wie die Teufel und wollten das Derby im eigenen Hause unbedingt gewinnen. Das war aller Ehren wert. In diesem weitgehend fairen und gut geleiteten Spiel gab es jetzt einige Derby-übliche Rivalitäten auf dem Eis. Eishockey nennt man das. Die Spieler der Roten Teufel wollten sportlich gewinnen, was sie ein paar unverbesserlichen Eltern um Längen voraus hatten. Sei’s drum. Bad Nauheim ging also wieder in Führung, die Löwen glichen durch Nikolas Junnila auf Pass von Florian Fichtner wieder aus.

Fünf Minuten vor Schluss dann die erneute Führung der Wetterauer, die hintenraus einfach mehr zuzusetzen hatten. Das 7:6 war aus diesem Grund nicht unverdient. Die Ergebniskorrektur auf 8:6 entsprang einem Empty Net Goal, das keine Bedeutung mehr hatte. Nicht der Tag der Löwen, aber noch einmal: Der bisherige Saisonverlauf war von den kühnsten Optimisten nicht erträumt worden und der Vorsprung der „Metropole“ auf die „Kurstadt“ ist mit sieben Punkten, bei sogar noch einem Spiel weniger, immer noch komfortabel.

Statistik des Spiels:

Tore: Alex Wagner und Florian Fichtner (je 2); Jonas Muthig und Nikolas Junnila (je 1)

Strafminuten: RT Bad Nauheim 16, Löwen Frankfurt 12