Was für ein Wochenende! Mit knappen Erfolgen beim Hamburger SV überholt unsere U17 den Gegner und belegt jetzt sogar Rang 4 in der Tabelle der Division II Nord. Am Samstag gab es einen 5:3 Erfolg der Löwen und am Sonntag – nach Zwei-Tore-Rückstand – einen noch knapperen 5:4 Erfolg.

Anreise in den hohen Norden am Samstagmorgen mit nur 12 Feldspielern und einem Goalie. Würde die Kraft für zwei Spiele innerhalb von 18 Stunden gegen den Tabellennachbarn reichen? Die Antwort lag wie immer auf dem Platz bzw. Eis: Jaaaaaaaaa!

Die frühe Führung von Florian Fichtner nach Traumpass von Niclas Kaus und vorherigem Assist von Niklas Schweitzer glichen die Hanseaten am Samstag bereits in der 9. Spielminute wieder aus. Und dann gab es über weite Strecken einen absolut fair geführten Kampf um jeden Zentimeter Eis in der offenen Eisbahn Stellingen, die aufgrund des Zeltdachs ein wenig der Frankfurter Außenfläche ähnelt. Ende des zweiten Drittels dann für kurze Zeit die Führung der Gastgeber, die erneut Florian Fichtner nur gut eine Minute später nach schöner Kombination mit Bogdan Pushkar und Jonathan Lorei mit einem Rückhandschuss über den Schoner des Hamburger Goalies zum 2:2 egalisierte.

Zu Beginn des letzten Abschnitts traf Eric Motisan für die Löwen aus spitzem Winkel, aber erneut kam der HSV zum 3:3 Ausgleich. Grrrrr. Mit seinem dritten Treffer nach Vorlage von Jonathan Lorei und Jonas Muthig erzielte Florian Fichtner das sogenannte Game Winning Goal (so etwas können sich nur Bürokraten ausdenken) zur 3:4 Führung in der 51. Minute, bevor Jonathan Lorei nach Pass von Jonas Muthig und Marcel Zangl den Sack eine Minute vor dem Ende endgültig zumachte. Ein schöner Erfolg nach einer packenden Begegnung und daraus resultierender Punktgleichheit in der Tabelle.

Sonntagfrüh spielt der HSV dann meist in der Volksbankarena, der früheren Trainingshalle der Hamburg Freezers (die Älteren werden sich erinnern) gleich neben der Barclaycard Arena hinter dem Volksparkstadion (die Älteren werden sich vielleicht auch hieran erinnern, denn der HSV war auch mal in der Fußball Bundesliga unterwegs).

Diesmal eröffnete Eric Motisan den Torreigen nach Pass von Alex Wagner in der 9. Minute. Ausgleich durch den HSV noch vor der Drittelpause. Jonathan Lorei, bedient durch Florian Fichtner und Bogdan Pushkar, dann mit der erneuten Führung in der 25. Minute. Danach legten unsere Jungs allerdings ein kleines Eishockey-Nickerchen von etwa 15 Spielminuten ein. War vermutlich eine zu kurze Nacht nach einem kräfteraubenden Vorabendspiel. Als die Herren Eishockeyspieler wieder wach wurden, stand es 4:2 für den HSV und die Tabellenführung drohte wieder an den Gegner zu wandern. Mist. So viele Kilometer für nur drei Punkte am Vortag – das kam irgendwie überhaupt nicht in Frage.

Also kamen unsere Jungs hellwach im letzten Drittel zurück. Es war eine beeindruckende Vorstellung, was die Moral betrifft. Der HSV konnte dem Willen der Löwen nichts Zählbares mehr entgegensetzen. Jonathan Lorei hämmerte in der 42. Spielminute die Scheibe oben rechts in den Winkel nach Zuspiel von Nikolas Junila – 4:3. Florian Fichtner nahm sechs Minuten später einen Abpraller von Marcel Zangl auf und traf im Nachschuss – 4:4. Und jetzt kam Bogdan Pushkar auf Vorlage von Alex Wagner zum Zuge und erzielte unwiderstehlich das (Achtung:) Game Winning Goal und gleichzeitig letzte Tor des Tages zum 4:5. Auswärtserfolg Nr. 2 an der Alster. Die mitgereiste Fangemeinde der Löwen war völlig aus dem Häuschen, während die Hamburger Eltern und Spieler sich als faire Sportsleute und faire Verlierer präsentierten. Es hätte auch umgekehrt ausgehen können, wen man ehrlich ist. An beiden Tagen hielt Oliver Reichert zum Teil grandios und – das sei dann auch gerne mal erwähnt – die Schiris pfiffen Samstag wie Sonntag mit konstanter Linie gut. Hut ab.

Statistiken beider Spiele kombiniert:

Tore: Florian Fichtner (4), Jonathan Lorei (3), Eric Motisan (2), Bogdan Pushkar (1)

Strafminuten: Hamburger SV 22, Löwen Frankfurt 16